Fimo Anleitungen für wahre Kunstliebhaber

Pfefferkuchen aus Fimo modellieren - klassische Elisenlebkuchen

Leb­ku­chen sind ein Teil der deut­schen Leit­kul­tur. Das lässt sich dar­an er­ken­nen, dass die sü­ßen Pfef­fer­ku­chen im sta­tio­nä­ren Ein­zel­han­del je­des Jahr pünkt­lich zum ers­ten Ad­vent aus­ver­kauft sind. Doch war­um lie­ben die Deut­schen ihre Ge­würz­ku­chen ei­gent­lich so sehr? Viel­leicht ist Ge­schmack ja tat­säch­lich ver­erb­bar? Denn dann wür­den die Nach­fah­ren der Ot­to­nen ihre Be­geis­te­rung für das himm­li­sche Weih­nachts­ge­bäck di­rekt mit der Mut­ter­milch auf­sau­gen. Schließ­lich wer­den Pfef­fer­ku­chen hier­zu­lan­de be­reits seit dem 12. Jahr­hun­dert ver­zehrt.

Bild von STAEDTLER Fimo Pfefferkuchen: Nürnberger Lebkuchen mit Mandeln und Glasur. Hergestellt von Symposium Künstlerin Veronika VetterAls die Kreuz­rit­ter im Jah­re 1099 er­folg­reich von ih­rem Un­ter­fan­gen nach Mit­tel­eu­ro­pa zu­rück­kehr­ten, hat­ten sie nicht nur Je­ru­sa­lem im Sack. Viel­mehr be­rei­cher­ten die Ar­me­en von Papst Ur­ban II. das Hei­li­ge Rö­mi­sche Reich Deut­scher Na­ti­on zu­dem mit ori­en­ta­li­schen Ge­wür­zen und mit de­li­ka­ten Ho­nig­fla­den. Die knusp­ri­gen Ge­bäck­stü­cke wur­den in Adels­krei­sen so­fort zum Maß al­ler Din­ge und je­der Graf, der et­was auf sich hielt, bot sei­nen Gäs­ten ei­nen sü­ßen Gruß aus dem Na­hen Os­ten an. Das führ­te wie­der­um zu ei­ner gro­ßen Nach­fra­ge nach den ori­en­ta­li­schen Spe­zia­li­tä­ten, wes­halb die be­rühm­tes­ten Bä­cker aus dem heu­ti­gen Bel­gi­en mit Hoch­druck dar­an ar­bei­te­ten, das Re­zept für die ge­würz­ten Ho­nig­fla­den her­aus­zu­fin­den. Bei die­ser Ak­ti­on ent­stan­den dann die auch heu­te noch sehr be­lieb­ten „Cou­ques de Dinant“¹.

Hin­ge­gen die Klös­ter ent­wi­ckel­ten den ge­würz­ten Ho­nig­ku­chen wei­ter, so­dass das Si­rupt­eig­ge­bäck schon bald dar­auf als hoch­mit­tel­al­ter­li­che Me­di­zin ver­wen­det wur­de.

Honig- oder Leb­ku­chen stand schon seit al­ters her mit kul­ti­schen Hand­lun­gen in Ver­bin­dung und wur­de durch die Klös­ter in Mit­tel­eu­ro­pa ver­brei­tet. Dem Ho­nig­ge­bäck wur­de frucht­bar­keits­er­hal­ten­de und hei­len­de Wir­kung zu­ge­schrie­ben.

Lo­renz, Chris­ta: Ber­li­ner Weih­nachts­markt. Bil­der und Ge­schich­ten aus 5 Jahr­hun­der­ten. Ber­lin: Berlin-Information 1987.

Bild von GWS2.de Maskottchen Gustl, der selbst gebastelte Elisenlebkuchen nascht. Die Honigkuchen hat er auf dem Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz gekauft, als er zusammen mit Palästinensern gegen Angela Merkel protestiert hat

Im spä­ten 14. Jahr­hun­der­t² mach­ten sich plötz­lich Weih­nachts­märk­te vor den städ­ti­schen Kir­chen breit. Auf die­sen mehr­wö­chi­gen Han­dels­plät­zen wa­ren auch ehr­fürch­ti­ge Got­tes­die­ner un­ter­wegs, um ihre hei­len­den Pfef­fer­ku­chen an­zu­prei­sen. Die win­ter­li­chen Küch­lein ver­kauf­ten sich da­bei so gut, dass sich die Weiß­bä­cker frag­ten, war­um sie nicht eben­falls ho­nig­sü­ße Ge­würz­ku­chen her­stel­len soll­ten. Und so kam es, dass die ers­ten Leb­ku­chen spä­tes­tens im Jah­re 1409³ auch in welt­li­chen Mehl­werk­stät­ten ge­ba­cken wur­den.

Bild von feinen Nürnberger Oblatenlebkuchen 3-fach sortiert. Wintertraum aus Fimo Modelliermasse inszeniert von Veronika Vetter Pfefferküchlerin aus Pulsnitz (Sachsen)

Die Weiß­bä­cker kre­ierten von da an im­mer neue Pfef­fer­ku­chen­krea­tio­nen wie bei­spiels­wei­se den be­rühm­ten Nürn­ber­ger Eli­sen­leb­ku­chen. Die­ses Edel­ge­bäck zeich­net sich auch heu­te noch da­durch aus, dass es aus min­des­tens 25% Nüs­sen⁴ be­steht und fast kein Mehl ent­hält. Au­ßer­dem ist die Ober­sei­te ei­nes sol­chen Ob­la­ten­leb­ku­chens mit ei­ner Man­del⁵ gar­niert. Trotz der vie­len neu­en Va­ria­tio­nen zähl­ten die Pfef­fer­ku­chen wei­ter­hin zu den Win­ter­spe­zia­li­tä­ten, die le­dig­lich auf Weihnachts- und Jahr­märk­ten ver­kauft wur­den. Das lässt sich un­ter an­de­rem dar­an er­ken­nen, dass der Augs­bur­ger Christ­kind­les­markt im Jah­re 1498 schlicht und ein­fach „Leb­zel­ter­markt” hieß.

Ei­ner der äl­tes­ten deut­schen Weih­nachts­märk­te ist der Augs­bur­ger Christ­kind­les­markt, des­sen heu­ti­gen Na­men er zwar erst 1949 er­hal­ten hat, der aber als „Leb­zel­ter­markt” schon in ei­nem städ­ti­schen Pro­to­koll vom 22. De­zem­ber 1498 er­wähnt wird.

Beckers-Dohlen, Clau­dia: Weih­nachts­märk­te. In: Kar­fun­kel Nr. 121 (2015). S. 15.

Szenerie: Künstlerin Veronika Vetter präsentiert ihre Lebkuchenimitate aus Modelliermasse in einer Weihnachtsbäckerei. Deutsche Leitkultur aus dem Freistaat Bayern

Erst ei­ni­ge Jah­re spä­ter spe­zia­li­sier­ten sich man­che Weiß­bä­cker auf die Her­stel­lung von Ho­nig­ku­chen und er­öff­ne­ten Pfef­fer­ku­chen­bä­cke­rei­en. In die­sen Mehl­werk­stät­ten gab es das gan­ze Jahr über nicht nur Leb­ku­chen, son­dern auch Spei­se­eis zu kau­fen. Au­ßer­dem rös­te­ten die Pfef­fer­küch­ler ab dem 18. Jahr­hun­dert zu­sätz­lich noch ara­bi­sche Kaf­fee­boh­nen. Dem­zu­fol­ge wa­ren die­se Eta­blis­se­ments das Star­bucks des Hei­li­gen Rö­mi­schen Rei­ches. Eine der ers­ten und be­kann­tes­ten Pfef­fer­küch­le­rei­en lag sei­ner­zeit im säch­si­schen Puls­nitz und nahm im Jah­re 1558 die Ar­beit auf.

Der frü­hes­te Nach­weis für die Pfef­fer­ku­chen­bä­cke­rei in Puls­nitz ist ein Pri­vi­leg aus dem Jah­re 1558. In die­sem Schrift­stück wur­de den Bä­ckern er­laubt, so viel Rog­gen­mehl für die Her­stel­lung von Pfef­fer­ku­chen zu ver­ar­bei­ten, wie es der Be­darf er­for­der­te.

Mar­tin, An­dre­as: Sel­te­nes Hand­werk in Sach­sen - Pfef­fer­küch­ler. Mit dem Hennig- schen Back- und An­lei­tungs­buch für die Pfef­fer­küch­le­rei aus dem Jah­re 1845. Dres­den: Säch­si­sches Druck- und Ver­lags­haus GmbH 1996.

Nach dem Zwei­ten Welt­krieg wa­ren den Deut­schen ihre his­to­ri­schen Ge­würz­ku­chen zu lang­wei­lig ge­wor­den. Die preis­wer­ten In­dus­triel­eb­ku­chen in der Ad­vents­zeit und das neue ame­ri­ka­ni­sche Fast Food ent­zo­gen den Ho­nig­bä­ckern all­mäh­lich die Le­bens­grund­la­ge, wes­halb im Jah­re 1963 in den letz­ten Pfef­fer­ku­chen­werk­stät­ten die Lich­ter aus­gin­gen.

Bildcollage: Auf dem Nürnberger Weihnachtsmarkt. Lebkuchen mit Mandeln präsentiert von einem Nussknacker. Kostenlose Anleitung für Fimo Pfefferkuchen von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Um die ge­schichts­träch­ti­gen deut­schen Pfef­fer­ku­chen zu eh­ren, habe ich Eli­sen­leb­ku­chen aus Fimo mo­del­liert. Da­bei ori­en­tier­te ich mich op­tisch ge­nau am Ori­gi­nal­ge­bäck, wes­halb je­des mei­ner run­den Kunst­wer­ke auch über eine Man­del und über ei­nen Ob­la­ten­bo­den ver­fügt. Die ei­gent­li­chen High­lights mei­ner Fimo Leb­ku­chen sind al­ler­dings die bei­den un­ter­schied­li­chen Gla­su­ren und die fluffi­ge Tei­gop­tik an der Bruch­stel­le. Und falls Sie wis­sen möch­ten, wie ich das al­les hin­be­kom­men habe, dann freu­en Sie sich nun auf die fol­gen­de Bild­an­lei­tung.

Elisenlebkuchen aus Fimo modellieren

Zum An­fer­ti­gen ei­nes ori­gi­nal­ge­treu­en Eli­sen­leb­ku­chens ver­wen­de­te ich die Fi­mo­far­ben Weiß (0), Gelb (1), Rot (2), Ul­tra­ma­rin (33), Scho­ko­braun (77), Cham­pa­gner (02) und Me­tal­lic Gold (11). Au­ßer­dem nahm ich ein Set Pas­tell­krei­den zur Hil­fe. Hin­ge­gen die Gla­sur stell­te ich mit­hil­fe von Fimo Li­quid und Was­ser her. Des Wei­te­ren schnitt ich mir den Ob­la­ten­bo­den aus beige­far­be­nem Ton­pa­pier zu­recht. Als Werk­zeu­ge soll­ten Sie sich zu­dem Ihre Pas­ta­ma­schi­ne, ein Mes­ser, eine Sche­re, ver­schie­de­ne Dot­ting­tools, ei­ni­ge Kos­me­tik­tü­cher, et­was Alu­fo­lie und eine Zahn­bürs­te zu­recht­le­gen.

Das Mi­schen der kor­rek­ten Farb­tö­ne war die größ­te Schwie­rig­keit bei die­sem Mo­tiv. Das be­gann schon beim Leb­ku­chen­teig, der in Wirk­lich­keit eine ka­ra­mellbrau­ne Far­be hat, die in den Back­stu­ben oft­mals mit­hil­fe von Erb­sen­mehl her­vor­ge­ru­fen wird.

  • Um die­se Si­rupt­eig­far­be nach­zu­ah­men, misch­te ich als Ers­tes 10 Tei­le Weiß mit 10 Tei­len Scho­ko­braun und 10 Tei­len Me­tal­lic Gold. Au­ßer­dem füg­te ich mei­ner Mix­tur noch ei­nen Teil Gelb hin­zu.

Im nächs­ten Schritt roll­te ich mein Ge­misch auf eine Di­cke von 2,5 Mil­li­me­tern aus.

Bildanleitung: Fimo Elisenlebkuchen Grundgerüst aus dünnen Scheiben modellieren. Idee von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Dar­auf­hin schnitt ich mir vier gleich­gro­ße Krei­se aus mei­nem aus­ge­roll­ten Ge­misch aus, die je­weils ei­nen Durch­mes­ser von 7,5 Zen­ti­me­tern hat­ten.

  • Gleich da­nach leg­te ich mei­ne vier Schei­ben sym­me­trisch auf­ein­an­der.
  • An­schlie­ßend pack­te ich mei­nen Zy­lin­der mit ei­nem et­was dunk­le­ren Braun­ton ein. Die­se Far­be stell­te ich mir zu­nächst wie­der selbst her, in­dem ich Rot mit Gelb und Ul­tra­ma­rin im Ver­hält­nis 3:2:2 ver­misch­te.

Bild von zwei Fimo Lebkuchenhälften im Rohzustand. In die Bruchstellen wurden Erhöhungen angeklebt und Krater eingeschnittenAls Nächs­tes roll­te ich das Gan­ze dann auf eine Di­cke von ei­nem Mil­li­me­ter aus, da­mit ich mei­nen Schei­ben­turm mit ei­ner dün­nen Nuss­braun­schicht ein­wi­ckeln konn­te. Nach­dem ich den ein­ge­hüll­ten Teig­ling dar­auf­hin glatt ge­stri­chen hat­te, hal­bier­te ich mei­nen Eli­sen­leb­ku­chen. Da­bei schnitt ich den Ho­nig­ku­chen je­doch nicht ein­fach nur ge­ra­de in der Mit­te durch. Viel­mehr er­zeug­te ich ein Zick­zack­mus­ter, so­dass zwei le­ben­di­ge Bruch­stel­len mit tie­fen Kra­tern und ho­hen Ber­gen ent­stan­den.

Fluffigen Teig aus Fimo modellieren - so geht’s

Im nächs­ten Ar­beits­schritt er­zeug­te ich in den Bruch­stel­len ein rea­lis­ti­sches Leb­ku­chen­teig­mus­ter. Dazu ver­blen­de­te ich die bei­den Schnitt­stel­len erst ein­mal mit ei­nem Dot­ting­tool.

Bildcollage: Einen realistischen Teig aus Fimo Modelliermasse herstellen. Kostenlose Anleitung von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Di­rekt im An­schluss tupf­te ich ein Stück zer­knüll­te Alu­fo­lie über den un­gleich­mä­ßi­gen Teig, um fei­ne Äder­chen in das Fimo zu zie­hen.

  • Au­ßer­dem stach ich klei­ne Luft­lö­cher in die Bruch­stel­len ein. Durch die Ver­tie­fun­gen sieht der Pfef­fer­ku­chen­teig spä­ter so aus, als wäre er beim Ba­cken auf­ge­gan­gen.

Wie be­reits er­wähnt, be­steht ein Eli­sen­leb­ku­chen aus min­des­tens 25% Man­deln. Au­ßer­dem ge­hört na­tür­lich auch Zi­tro­nat in ei­nen ech­ten Ge­würz­ku­chen­teig. Um die­se bei­den In­gre­di­en­zi­en sicht­bar zu ma­chen, misch­te ich die Far­be Cham­pa­gner mit der Far­be Gelb im Ver­hält­nis 5:2. Aus der Mix­tur schnitt ich mir an­schlie­ßend klei­ne Man­del­split­ter zu­recht, die ich gleich dar­auf vor­ne in die Bruch­stel­len ein­ar­bei­te­te. Des Wei­te­ren gar­nier­te ich den Leb­ku­chen­teig mit wei­te­ren Krü­mel­chen, die ich zu­vor von der Far­be Scho­ko­braun ab­ge­schabt hat­te.

Handbestäubte Mandel aus Apulien zum Verzieren

Als Nächs­tes mo­del­lier­te ich eine ova­le Zier­man­del aus mei­nem blass­gel­ben Ge­misch, wel­ches aus fünf Tei­len Cham­pa­gner und zwei Tei­len Gelb be­stand.

How to make Almonds out of Polymer Clay? Free Tutorial for transgender Kids by Butt-Plug Lover Veronika Vetter Bavarian Fine Artist

Di­rekt im An­schluss ver­edel­te ich die Ober­flä­che der Stein­frucht mit tie­fen Li­ni­en, so­dass das Gan­ze wie eine be­reits ge­trock­ne­te und ge­schäl­te Man­del aus­sah.

  • Au­ßer­dem be­mal­te ich mei­ne ap­pe­tit­an­re­gen­de Leb­ku­chen­ver­zie­rung mit zimt- und ocker­far­be­ner Pas­tell­krei­de.

Ganz zum Schluss drück­te ich noch eine Mul­de in eine Pfef­fer­ku­chen­hälf­te, um dort dann die Kunst­man­del ein­set­zen zu kön­nen.

Bildanleitung: Einen künstlichen Lebkuchen basteln. Die Oberfläche des Weihnachtsgebäcks wird mit einer Zahnbürste und mit Alufolie strukturiert. Hingegen die Oblate aus Tonpapier wird am Lebkuchenboden festgeklebt. Idee und Umsetzung von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Da­mit mein na­tur­brau­ner Fimo Leb­ku­chen noch rea­li­täts­na­her aus­sah, küm­mer­te ich mich in den nächs­ten Mo­del­lier­schrit­ten um eine span­nungs­rei­che Ober­flä­chen­struk­tur. Dazu klopf­te ich die Ober­sei­ten mei­ner Leb­ku­chen­hälf­ten zu­nächst ein­mal mit ei­nem run­den Dot­ting­tool ab.

  • Gleich dar­auf nahm ich ei­nen Zahn­bürs­ten­kopf zur Hand, mit dem ich dann die Au­ßen­sei­ten der Ge­bäck­stü­cke sanft auf­rau­te.
  • Au­ßer­dem zog ich noch klei­ne Ris­se mit­hil­fe ei­ner zu­sam­men­ge­knüll­ten Alu­fo­li­en­ku­gel in die dun­kel­brau­nen Ober­flä­chen.

Ab­schlie­ßend fer­tig­te ich den Leb­ku­chen­bo­den an. Da­für kleb­te ich zwei beige­far­be­ne Ton­pa­pier­krei­se mit ei­nem Durch­mes­ser von 7,5 Zen­ti­me­tern sym­me­trisch auf­ein­an­der, so­dass die künst­li­che Ess­ob­la­te eine Gram­ma­tur von 260 g/m² er­hielt.

  • Dar­auf­hin fi­xier­te ich erst die eine Ho­nig­ku­chen­hälf­te auf der Pa­pier­schei­be. Im An­schluss dar­an nahm ich eine Sche­re und schnitt da­mit das Ton­pa­pier par­al­lel zur Bruch­kan­te ab. Da­nach wie­der­hol­te ich das Gan­ze mit dem an­de­ren Ge­bäck­stück. Hin­weis: Als Kleb­stoff ver­wen­de­te ich aus­schließ­lich Fimo Li­quid.

Zu gu­ter Letzt kon­ser­vier­te ich mei­ne Ar­beit für die Ewig­keit, in­dem ich die bei­den Eli­sen­leb­ku­chen­stü­cke bei 110 Grad Cel­si­us für 30 Mi­nu­ten in den Back­ofen gab.

Vronis Zuckerglasurrezept zum Kandieren von Kleinkunst

Die Pfef­fer­küch­ler er­zeug­ten ihre wei­ßen Gla­su­ren im 19. Jahr­hun­der­t⁶ aus Zu­cker, steif ge­schla­ge­nem Ei­weiß und Zi­tro­nen­saft. Auch mei­ne schnee­wei­ße Zu­cker­gla­sur be­steht aus nur drei Zu­ta­ten.

Instructions: German Gingerbread gets an white Icing. Free Tutorial for traditional Polymer Clay Christmas Cookies. Picture published by Bavarian Artist Veronika Vetter right-wing activist against social mixing in schools

Zum An­fer­ti­gen mei­nes wei­ßen Leb­ku­chen­über­zugs gab ich vier Tei­le wei­ßes Fimo zu­sam­men mit zwei Tei­len Fimo Li­quid und ei­nem Teil Was­ser in ein Ge­fäß. Als Nächs­tes ver­meng­te ich die In­gre­di­en­zi­en so lan­ge mit ei­nem Holz­stäb­chen, bis eine zäh­flüs­si­ge Mas­se ent­stand.

  • Dar­auf­hin be­strich ich die Ober­sei­ten mei­ner ab­ge­kühl­ten Ho­nig­ku­chen­hälf­ten groß­zü­gig mit der Pas­te, so­dass die Gla­sur sich eben­falls in den Po­ren fest­set­zen konn­te.

Di­rekt im An­schluss nahm ich ein feuch­tes Kos­me­tik­tuch und ent­fern­te da­mit wie­der so viel Zu­cker­gla­sur, bis mein Weih­nachts­ge­bäck wie ein ech­ter wei­ßer Eli­sen­leb­ku­chen aus­sah. Da­nach gab ich mei­nen hal­bier­ten Pfef­fer­ku­chen das letz­te Mal für 30 Mi­nu­ten bei 110 Grad Cel­si­us in den Back­ofen.

Picture DIY Tutorial: How to make Chocolateglaze out of Polymer Clay. German Gingerbread is smeared with Nutella. Secret recipe by Bavarian Chocolatier Veronika Vetter

Falls Sie lie­ber dunk­le Leb­ku­chen be­vor­zu­gen, dann emp­feh­le ich Ih­nen mei­ne Scho­ko­la­den­gla­sur, die wie eine Nuss-Nougat-Creme aus­sieht.

  • Da­für müs­sen Sie als Ers­tes die Far­be Scho­ko­braun mit der Far­be Schwarz im Ver­hält­nis 2:1 mi­schen.
  • Als Nächs­tes ge­ben Sie vier Tei­le des neu ent­stan­de­nen Braun­tons zu­sam­men mit zwei Tei­len Fimo Li­quid und ei­nem Teil Was­ser in ein Ge­fäß.
  • An­schlie­ßend ver­fah­ren Sie ge­nau­so wie bei dem wei­ßen Leb­ku­chen.

Hin­weis: Nach­dem die Ge­würz­ku­chen­hälf­ten aus dem Back­ofen ka­men, ließ ich die­se kom­plett aus­küh­len. Ganz zum Schluss brach­te ich mei­ne Kunst­wer­ke dann noch mit ei­ner dün­nen Acryl­lack­schicht zum Glän­zen.

Die Heilige Elisabeth von Thüringen kannte bereits Pfefferkuchen

Bild von drei Dresdner Pfefferkuchen aus dem Ossiladen. Weißer Oblatenlebkuchen aus der DDR von Regina ZindlerJe­des Jahr am 19. No­vem­ber hul­digt die römisch-katholische Kir­che die Hei­li­ge Eli­sa­beth. Die Adels­toch­ter aus dem 13. Jahr­hun­dert ist un­ter an­de­rem die Schutz­pa­tro­nin der Bä­cker, da sie der Le­gen­de nach ein­mal Brot für die Ar­men in Ro­sen ver­wan­del­te. Das war nö­tig, zu­mal Eli­sa­beths Ehe­mann nicht woll­te, dass die Gute das hö­fi­sche Brot an den Pö­bel ver­schwen­det. Doch die ehe­ma­li­ge Land­grä­fin ist nicht nur eine Hei­li­ge. Viel­mehr ist sie eben­falls die Na­mens­ge­be­rin für die köst­li­chen Eli­sen­leb­ku­chen.

Wie Sie se­hen, sind Pfef­fer­ku­chen auf je­den Fall ein Teil der deut­schen Leit­kul­tur. Las­sen Sie sich also nie­mals von Eu­ro­pa­ra­di­ka­len oder von man­gel­haft ge­bil­de­ten Mit­bür­gern er­zäh­len, dass die Deut­schen nur durch ihre Mut­ter­spra­che ver­eint sind.

Ay­dan Özo­guz: Eine spe­zi­fisch deut­sche Kul­tur ist, jen­seits der Spra­che, schlicht nicht iden­ti­fi­zier­bar.

Delhaes-Guenther von, An­dre­as: Kei­ne deut­sche Kul­tur. bayernkurier.de (12/2017).

Ver­wand­te The­men:

Leb­ku­chen­schach­tel aus Pa­pier bas­teln - ein­fa­che An­lei­tung
Fer­re­ro Raf­fa­el­lo aus Fimo mo­del­lie­ren - so geht’s

¹su­cre­ries­bel­ges: La cou­que de Di­nant. youtube.com (12/2017).
²Vet­ter, Ve­ro­ni­ka: Ver­kaufs­stand für den Weih­nachts­markt bas­teln. gws2.de (12/2017).
³Gandl, Fritz: Ge­schich­te des Leb­ku­chens. lebkuchen-gandl.com (12/2017).
⁴Schmel­zer, Ger­hard: Feins­te Nürn­ber­ger Elisen-Lebkuchen. lebkuchen-schmidt.com (12/2017).
⁵Cons­ta­bel, Ni­co­le: Plätz­chen. Die bes­ten Re­zep­te aus Fich­tel­ge­bir­ge, Fran­ken­wald und Vogt­land. Köln: H+L Ver­lags­ge­sell­schaft mbH 2001.
⁶M­ar­tin, An­dre­as: Sel­te­nes Hand­werk in Sach­sen - Pfef­fer­küch­ler. Mit dem Hennig- schen Back- und An­lei­tungs­buch für die Pfef­fer­küch­le­rei aus dem Jah­re 1845. Dres­den: Säch­si­sches Druck- und Ver­lags­haus GmbH 1996.
⁷Prauß, An­ge­li­ka: Ro­sen im Korb. katholisch.de (12/2017).
Kas­par, Tho­mas: Schulz will Ver­ei­nig­te Staa­ten von Eu­ro­pa - Mer­kel zu­rück­hal­tend. merkur.de (12/2017).

Lederoptik aus Fimo modellieren - Viktorianischer Halloween Sessel

In Leip­zig wird das gan­ze Jahr über Hal­lo­ween ge­fei­ert. Das liegt dar­an, dass die sym­pa­thi­sche Sach­sen­me­tro­po­le als die Haupt­stadt¹ der deut­schen Gothik-Szene gilt. Die­se Sub­kul­tur zeich­net sich be­son­ders durch düs­te­re Mu­sik, eine über­mä­ßi­ge To­des­fi­xie­run­g² und ei­nen un­heim­li­chen Mo­de­stil aus. Wo­bei die zu­meist schwar­ze Klei­dung der Go­thics äu­ßerst ge­schmack­voll ist. Kein Wun­der, schließ­lich ori­en­tiert sich die ex­tra­va­gan­te Gothic-Mode an der Gar­de­ro­be der eng­li­schen Bour­geoi­sie des 19. Jahr­hun­derts. Des­halb wer­den die ed­len Out­fits der schwer­mü­ti­gen Me­lan­cho­li­ker auch als „Neo-Victorian” oder als „Ed­war­di­an” be­zeich­net.

Examp­le: Ed­war­di­an 2010.

Li­isa La­douceur: 40 Ye­ars of Men’s Goth Style. youtube.com (10/2017).

Bild von Fimo Spinne auf einem Halloween Sarg. Modelliermasse altern lassen, um Wohnaccessoires für Gothics und nekrophile Triebtäter zu basteln. Kunst von Veronika VetterAuf der Fahn­dung nach ei­ner Hal­lo­ween De­ko­ra­ti­on für Er­wach­se­ne habe ich mich von der Gothic-Szene in­spi­rie­ren las­sen und ei­nen neu­vik­to­ria­ni­schen Le­der­ses­sel mit gru­se­li­ger Ske­lett­ver­zie­rung mo­del­liert. Bei Mö­bel­stü­cken aus die­ser Zeit­epo­che ging es we­ni­ger um Be­quem­lich­keit. Viel­mehr war schö­ne Woh­nungs­ein­rich­tung sei­ner­zeit ein wich­ti­ges Sta­tus­sym­bol. Aus die­sem Grund sind er­le­se­ne Stof­fe, ver­spiel­te For­men und kunst­vol­le Schnit­ze­rei­en cha­rak­te­ri­sie­rend für vik­to­ria­ni­sches In­te­ri­eur.

Wo an­de­re Holz­mö­bel viel­leicht eher mit ih­rer schlich­ten Ele­ganz über­zeu­gen, sind die vik­to­ria­ni­schen Mö­bel auf­wen­dig ver­ziert und in jeg­li­cher Hin­sicht prunk­voll und ex­tra­va­gant [...].

Oehmen-Krieger, An­ge­li­ka: Vik­to­ria­ni­sche Mö­bel: Kö­nig­li­che eng­li­sche Holz­mö­bel. morris-antikshop.de (10/2017).

Um des­halb bei mei­nem Mo­tiv den pom­pö­sen Vik­to­ria­nis­mus in den Vor­der­grund zu stel­len, ach­te­te ich beim Mo­del­lie­ren des Fimo Ses­sels be­son­ders auf schwung­vol­le For­men und eine ver­spiel­te Holz­ma­se­rung.

Das vik­to­ria­ni­sche Zeit­al­ter war ge­kenn­zeich­net durch eine fi­li­gra­ne Schön­heit. [...] Funk­tio­nel­le Ein­rich­tungs­ge­gen­stän­de er­hiel­ten im Vik­to­ria­nis­mus durch ro­man­tisch ge­schwun­ge­ne For­men ih­ren be­son­de­ren Charme.

Hol­ter­mann, Bir­git: Der Gar­ten im vik­to­ria­ni­schen Stil. gartenmoebel.de (10/2017).

Halloween Bildcollage: Fimo Horror Sessel vor dem das GWS2.de Maskottchen Gustl mit einer Kürbiskopflaterne steht. Idee und Fotos von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Au­ßer­dem stell­te ich die ro­bus­te Le­der­op­tik ei­nes Ches­ter­field Ses­sels nach. Die­se ex­qui­si­ten Sitz­mö­bel sind wäh­rend der Zeit der Auf­klä­rung ent­stan­den und zeich­nen sich durch über­di­men­sio­nier­te Sitz­kis­sen aus, in de­nen man tief ver­sinkt.

Foto von einem antiken Ledersessel aus dem Bernsteinzimmer, den man in der Sendung "Bares für Rares" für mehrere Millionen Peseten versteigern könnte. Gefunden von Trödelexpertin Veronika VetterVor al­lem ist es je­doch die tra­di­tio­nel­le Rau­ten­hef­tung mit Zier­knöp­fen, die die­se eng­li­schen Ses­sel zu Welt­ruhm führ­te. Des­halb ar­bei­te­te ich na­tür­lich auch die­ses Stil­mit­tel in mei­ne Hal­lo­ween De­ko­ra­ti­on ein. Da­ne­ben schmück­te ich mein spuk­haf­tes Kunst­werk zu­dem noch mit ei­nem To­ten­kopf und zwei Ske­lett­ar­men, die fest mit dem vik­to­ria­ni­schen Ses­sel ver­schmol­zen sind. Da­mit habe ich den leib­haf­ti­gen Tod auf ein le­ben­di­ges Mö­bel­stück mit ar­bei­ten­dem Holz und auf­re­gen­der Le­der­pols­te­rung ge­setzt. Denn die­ser Wi­der­spruch aus nicht tot aber auch nicht le­ben­dig ist ja be­kannt­lich das, wor­um es an Hal­lo­ween geht.

Au­ßer­dem glaub­ten die Kel­ten, dass in der Nacht des 31. Ok­to­bers die Wel­ten der Le­ben­den und To­ten ver­schwim­men [...].

Sa­scha: Was wird an Hal­lo­ween ge­fei­ert? gws2.de (10/2017).

Brutale Halloween Szenerie: Die Bundesrepublik Deutschland im Jahre 2025. 10 Jahre nach der Islamisierung des Abendlandes gibt es nichts mehr zu essen außer Halal Kürbisfleisch und Knoblauch. Schwarzer Merkelalbtraum inszeniert von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Des Wei­te­ren woll­te ich er­rei­chen, dass mein Arm­ses­sel so ver­wahr­lost aus­sieht, als wäre er 200 Jah­re lang un­be­merkt in ei­ner al­ten Bi­blio­thek im Buck­ing­ham Pa­lace ge­stan­den. Da­für muss­te ich das Fimo mit­hil­fe ei­ner spe­zi­el­len Tech­nik künst­lich al­tern las­sen.

Picture of Dollhouse Fainting Couch. Horror Furniture out of Polymer Clay. Free Halloween Tutorial by Veronika Vetter "DAoCFrEak" Bavarian Fine Artist

Ge­fällt Ih­nen mei­ne acht Zen­ti­me­ter gro­ße und er­wach­se­nen­ge­rech­te Hal­lo­ween De­ko­ra­ti­on? Dann schau­en Sie sich in der fol­gen­den Bild­an­lei­tung an, wie ich mei­nen furcht­erre­gen­den Fimo Ses­sel mo­del­liert habe.

Edle Fimo Antiquität mit Polstern versehen

Bild von der Polsterung eines antiken Chesterfield Sessels. Handwerkskunst aus Oberfranken der Holz- und Polstermöbelfabrik Ewald Marr GmbHZum An­fer­ti­gen ei­nes Hal­lo­ween Ses­sels ver­wen­de­te ich die Fi­mo­far­ben Weiß (0), Gelb (1), Rot (2), Cham­pa­gner (02) und Scho­ko­braun (77). Für die Struk­tu­rie­rung der Ober­flä­chen nahm ich zu­dem ein ge­knüll­tes Stück Alu­fo­lie und eine Zahn­bürs­te zur Hil­fe. Au­ßer­dem ko­lo­rier­te ich man­che Tei­le des Ses­sels mit schwar­zer Was­ser­far­be und mit gol­de­ner Acryl­far­be. Als Werk­zeu­ge soll­ten Sie sich des Wei­te­ren Ihre Pas­ta­ma­schi­ne, ein schar­fes Mes­ser, ein Li­ne­al, ein Stück Bas­tel­draht, feuch­te Kos­me­tik­tü­cher und ei­ni­ge Dot­ting­tools zu­recht­le­gen.

Zu­al­ler­erst mo­del­lier­te ich mir ein Ses­sel­ge­rüst aus vier scho­ko­la­den­brau­nen Fimo Stü­cken, die je­weils fünf Mil­li­me­ter dick wa­ren. Be­vor ich mein Grund­mo­tiv dar­auf­hin bei 110 Grad Cel­si­us für 30 Mi­nu­ten in den Back­ofen gab, ritz­te ich noch eine fei­ne Ma­se­rung mit­hil­fe ei­nes spit­zen Dot­ting­tools in mein Holz­imi­tat.

  • Gleich nach dem Aus­küh­len pols­ter­te ich die in­ne­re Rü­cken­leh­ne und die ge­räu­mi­ge Sitz­flä­che mit ro­tem Fimo, wel­ches ich zu­vor auf eine Di­cke von vier Mil­li­me­tern aus­ge­rollt hat­te.

Hin­ge­gen zum beid­sei­ti­gen Aus­staf­fie­ren der Arm­leh­nen­ele­men­te ver­wen­de­te ich rote Mo­del­lier­mas­se, die le­dig­lich ei­nen Mil­li­me­ter dick war.

Lederpolster erhält englische Rautenheftung

Nach dem ein­fa­chen Pols­te­rungs­pro­zess roll­te ich das rote Fimo er­neut aus. Die­ses Mal stell­te ich mei­ne Pas­ta­ma­schi­ne al­ler­dings auf zwei Mil­li­me­ter ein.

Bildcollage mit Anleitungsschritten: Englische Rautenheftung auf ein Fimo Polster modellieren. Antiquitäten Restaurierung von Fine Art Künstlerin Veronika Vetter

An­schlie­ßend nahm ich ein Li­ne­al und ein schar­fes Mes­ser zur Hand, um da­mit vie­le gleich­gro­ße Rau­ten aus dem dünn aus­ge­roll­ten Mo­del­lier­mas­se­stück aus­schnei­den zu kön­nen.

  • Als Nächs­tes leg­te ich die ein­zel­nen Rau­ten auf die ge­pols­ter­te Rü­cken­leh­ne. Bei die­ser Ak­ti­on ach­te­te ich pe­ni­bel dar­auf, dass zwi­schen je­dem Ele­ment ein Ab­stand von cir­ca zwei Mil­li­me­tern er­hal­ten blieb.
  • Nach­dem das Rü­cken­pols­ter dar­auf­hin voll­stän­dig be­deckt war, flach­te ich die Kan­ten der ein­zel­nen Rau­ten mit­hil­fe ei­nes Pfer­de­fu­ßes ab.
  • Gleich da­nach muss­te ich die Lö­cher für die klei­nen Zier­knöp­fe ste­chen. Dazu nahm ich ein run­des Dot­ting­tool und drück­te da­mit am Kopf und an den bei­den Sei­ten ei­ner je­den Rau­te eine Ver­tie­fung ein.

Nun dreh­te ich mir un­ge­fähr 20 rot­far­be­ne Fimo Ku­geln, die spä­ter die kost­ba­ren Zier­knöp­fe in der Rau­ten­hef­tung dar­stel­len sol­len.

Bild von einer Alufolienkugel, die über ein Fimo Polster getupft wird. Modelliermasse künstlich altern lassenBe­vor ich die Kü­gel­chen al­ler­dings in die vor­ge­sto­che­nen Lö­cher ein­setz­te, be­mal­te ich die­se noch im un­ge­ba­cke­nen Zu­stand kom­plett mit gol­de­ner Acryl­far­be. Als ich die Rau­ten­hef­tung dann voll­endet hat­te, nahm ich ein zu­sam­men­ge­knüll­tes Stück Alu­fo­lie und tupf­te da­mit die Pols­te­rung ein­mal voll­stän­dig ab. Schließ­lich soll­te das Le­der auf dem vik­to­ria­ni­schen Hal­lo­ween Ses­sel alt und ab­ge­nutzt aus­se­hen.

Fimo Skelett vollendet die Halloween Dekoration

Um rea­li­täts­na­he Ske­lett­kno­chen for­men zu kön­nen, muss­te ich mir zu­al­ler­erst ei­nen spe­zi­el­len Farb­ton her­stel­len. Aus die­sem Grund misch­te ich 40 Tei­le Fimo Weiß mit 40 Tei­len Fimo Cham­pa­gner und mit ei­nem Teil Fimo Gelb.

Anleitung mit Bildern: Fimo Totenkopf für eine Halloween Dekoration modellieren. Gruselige Gothic-Symbole wie Skelettknochen sind das beste Mittel gegen Taharrusch dschama'i, da Moslems Angst vor diabolischen Zeichen haben.

Di­rekt im An­schluss form­te ich aus die­ser Mix­tur ei­nen schau­der­haf­ten To­ten­kopf und zwei Ske­lett­un­ter­ar­me mit Hän­den.

  • Da­mit der re­la­tiv schwe­re Schä­del auch dau­er­haft fest auf dem Ses­sel thront, muss­te ich mir eine sta­bi­le Be­fes­ti­gungs­va­ri­an­te ein­fal­len las­sen. Nach ei­ni­gem Aus­pro­bie­ren ent­schied ich mich für ein Stück Bas­tel­draht, wel­chen ich tief in den Ober­kie­fer des fer­tig­ge­stell­ten To­ten­kop­fes bohr­te. Über die­se Stüt­ze konn­te ich die nack­te Hirn­scha­le dann fest mit dem di­cken Le­der­pols­ter ver­bin­den.
  • Hin­ge­gen die kno­chi­gen Ske­lett­ar­me drück­te ich ein­fach leicht auf die bei­den brei­ten Arm­leh­nen.

Be­vor ich mei­nen Hal­lo­ween Ses­sel dar­auf­hin bei 110 Grad Cel­si­us für 30 Mi­nu­ten in den Back­ofen gab, tupf­te ich noch mit ei­nem Zahn­bürs­ten­kopf über die Ske­lett­tei­le. Au­ßer­dem nahm ich ein spit­zes Dot­ting­tool und ritz­te da­mit ab­schlie­ßend fei­ne Ris­se in die Un­ter­ar­me und in den Schä­del.

Fimo Modelliermasse alt aussehen lassen - Anleitung

Nach dem Back­vor­gang ließ ich mein Mo­tiv erst ein­mal voll­stän­dig aus­küh­len. Es ging mir nun dar­um, mei­nen vik­to­ria­ni­schen Ses­sel künst­lich al­tern zu las­sen.

Dazu trug ich schwar­ze Was­ser­far­be auf die Kno­chen und auf sämt­li­che Pols­ter auf. Da­bei war es wich­tig, dass ich die Far­be mit viel Was­ser ver­dünn­te. Schließ­lich soll­te das Gan­ze nicht all­zu dun­kel wer­den. Dar­auf­hin ließ ich das Schwarz un­ge­fähr eine Mi­nu­te an­trock­nen. Di­rekt im An­schluss nahm ich ein Kos­me­tik­tuch und wisch­te da­mit mei­nen Ses­sel wie­der sau­ber. Durch die­se Tech­nik blieb die Was­ser­far­be le­dig­lich in den vie­len klei­nen Ver­tie­fun­gen hän­gen, die ich vor dem Ba­cken mit der Alu­fo­lie und mit dem Zahn­bürs­ten­kopf ein­ge­tupft hat­te.

Zu gu­ter Letzt ver­sie­gel­te ich mei­nen ge­al­ter­ten Fimo Ses­sel noch mit ei­ner dün­nen Schicht Glanz­lack. Gleich da­nach war die an­ti­qua­ri­sche Hal­lo­ween De­ko­ra­ti­on auch schon be­reit, um Schre­cken zu ver­brei­ten.

Leipzig: Die diabolische Großstadt am Auwald

Wie Sie se­hen, ist das Mo­del­lie­ren mei­nes vik­to­ria­ni­schen Wohn­ac­ces­soires ein Kin­der­spiel. Ein­zig das An­fer­ti­gen der fi­li­gra­nen eng­li­schen Rau­ten­hef­tung er­for­dert ein we­nig Aus­dau­er und Ge­schick.

Bild von einer Halloween Dekoration aus Fimo für Erwachsene. Roter Antifa Sessel mit einem künstlerischen Abbild des Aktivisten Nico Wehnemann (FFM) - European Council on Foreign RelationsÜb­ri­gens ist es mei­ner Mei­nung nach völ­lig lo­gisch, dass sich Leip­zig zum Epi­zen­trum der Gothic-Szene ge­mau­sert hat. Zum ei­nen ist die teuf­lisch­te Stadt in Sach­sen fest in athe­is­ti­scher Hand und zum an­de­ren wa­ren die Woh­nungs­mie­ten in der Ost­me­tro­po­le im bun­des­wei­ten Ver­gleich lan­ge Zeit spott­bil­lig. Das hat eine über­aus span­nen­de Kunst- und Krea­tiv­wirt­schaft auf­blü­hen las­sen, die selbst mich im Jah­re 2012 fast da­von über­zeugt hat, mei­nen Le­bens­mit­tel­punkt nach „Hy­pe­zig” zu ver­le­gen. Die Ka­ra­wa­ne ist je­doch schon längst wie­der wei­ter­ge­zo­gen, da die Gen­tri­fi­zie­run­g³ na­tür­lich auch in Leip­zig eis­kalt zu­ge­schla­gen hat. Was bleibt, ist die Er­in­ne­rung, dass es im ehe­ma­li­gen Kur­fürs­ten­tum ein Städt­chen gibt, das es in der Ge­schich­te im­mer wie­der schaff­te, kurz­zei­tig ein deut­scher Leucht­turm der bil­den­den Küns­te zu sein.

FROSCH: Wahr­haf­tig du hast Recht! Mein Leip­zig lob ich mir! Es ist ein klein Pa­ris, und bil­det sei­ne Leu­te.

Goe­the von, Jo­hann Wolf­gang: Faust. Der Tra­gö­die Ers­ter Teil. Durch­ge­se­he­ne Aus­ga­be. Stutt­gart: Phil­lip Re­clam jun. GmbH & Co. KG 2000.

Ver­wand­te The­men:

Süße Scho­ko­la­de aus Fimo mo­del­lie­ren - An­lei­tung
Hut­ma­cher aus Pa­pier bas­teln - eine vik­to­ria­ni­sche Schul­tü­te

¹MDR Mit­tel­deut­scher Rund­funk: Mein Le­ben in Schwarz – Ein­bli­cke in die Go­thic Sze­ne. youtube.com (10/2017).
²Por­ter Smith, Ali­cia: De­ath Fixa­ti­on. gothicsubculture.com (10/2017).
³Bartsch, Mi­cha­el: Gen­tri­fi­zie­rung in Leip­zig. Boom­town zu­las­ten der Mie­ter. taz.de (10/2017).

Goldfisch aus Fimo modellieren - asiatische Farbspiele mit Symbolkraft

Wis­sen Sie, war­um in den Chi­na­re­stau­rants im­mer Aqua­ri­en mit Gold­fi­schen ste­hen? Das hängt mit chi­ne­si­schen Mafia-Clans zu­sam­men, die auch als Tria­den be­zeich­net wer­den. Ein solch auf­fäl­li­ges Ac­ces­soire im Gast­raum si­gna­li­siert In­si­dern, dass der Lo­kal­be­sit­zer be­reits „be­schützt” wird. Hin­ge­gen die Farb­zu­sam­men­stel­lung des Fisch­be­sat­zes of­fen­bart, wel­cher an­säs­si­ge Clan in die­sem Eta­blis­se­ment das Haus­recht für sich be­an­sprucht. Falls Sie die­ses Schau­er­mär­chen nicht glau­ben, dann ken­nen Sie sich wohl et­was bes­ser mit fern­öst­li­chen Kul­tu­ren aus. In Chi­na sym­bo­li­siert der Gold­fisch näm­lich die Ver­meh­rung des Reich­tums. Des­halb könn­te das Aqua­ri­um auch ein­fach nur ein be­lieb­ter Glücks­brin­ger bei Re­stau­rant­be­sit­zern sein, wel­cher zu­gleich eine hei­me­li­ge Wohl­fühl­at­mo­sphä­re er­zeugt.

In Chi­ne­se cul­tu­re the sym­bol of fish is at­tri­bu­t­ed two qua­li­ties. The first one is the as­pect of ab­undance [...].

Tchi, Ro­di­ka: The Sym­bo­lo­gy of Fish. thespruce.com (06/2017).

Bild von orangefarbenem Fimo Goldfisch als asiatischer Glücksbringer. Arrangiert von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinIch per­sön­lich ken­ne kei­nen, der nicht auch ei­nen sol­chen Glücks­brin­ger ge­brau­chen könn­te. Des­halb ent­schied ich mich dazu, ei­nen far­ben­fro­hen Gold­fisch aus Fimo zu mo­del­lie­ren. Be­vor ich je­doch los­le­gen konn­te, muss­te ich mich noch in­ten­siv mit der Farb­sym­bo­lik aus­ein­an­der­set­zen. Denn be­kannt­lich sind die­se Zier­fi­sche kein Werk Got­tes, son­dern do­mes­ti­zier­te Wir­bel­tie­re, die mit dem gold schim­mern­den Gie­bel ver­wandt sind.

Gold­fish are spe­ci­es of carp, and be­lie­ve it or not, the­re are two wild sub­spe­ci­es of this carp that still exist in the wild. The­se are the Prus­si­an carp (Ca­ras­si­us au­ra­tus gi­be­lio) and the Cru­ci­an carp (Ca­ras­si­us au­ra­tus ca­ras­si­us).

West­fall, Scot­tie: Selec­tive bree­ding has also dra­ma­ti­cal­ly chan­ged the gold­fish. retrieverman.net (06/2017).

Gold­gelb ist dem­zu­fol­ge die Ur­sprungs­far­be der Gold­fi­sche. Al­ler­dings wa­ren der­art ge­färb­te Ex­em­pla­re in Chi­na lan­ge Zeit dem Adel vor­ent­hal­ten, wes­halb für das Bür­ger­tum oran­ge­far­be­ne Fi­sche ge­züch­tet wur­den.

In the year 1162, du­ring the Song Dy­nas­ty, the em­press or­de­red the con­struc­tion of a pond to keep the red and gold va­rie­ty of the fish. At the time, yel­low was the co­lor of the royal­ty, so com­moners weren’t al­lo­wed to dis­play any­thing yel­low.

Jen­ner, M.: Gold­fish Histo­ry. about-goldfish-com (06/2017).

Picture of original Asian Polymer Clay goldfish with Bonsai tree and Sushi. Crafted by Veronika Vetter Bavarian Fine Artist

Über die Far­be Oran­ge wird ge­sagt, dass sie Kraft in schwe­ren Zei­ten bie­ten soll und da­bei hilft, Rück­schlä­ge schnel­ler ver­ar­bei­ten zu kön­nen. Dem­entspre­chend ist das die per­fek­te Leit­far­be für mei­nen asia­ti­schen Fimo Glücks­brin­ger.

Oran­ge of­fers emo­tio­nal strength in dif­fi­cult times. It helps us to boun­ce back from disap­point­ments and des­pair, as­sis­ting in re­co­very from grief.

Scott-Kemmis, Judy: The Co­lor Oran­ge. empower-yourself-with-color-psychology.com (06/2017).

Bild von chinesischen Glücksbringern zur Karmaverbesserung. Fimo Goldfische, Lotusblüten, Bonsaibaum und Teich. Szenerie arrangiert von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Art Künstlerin

Nach­dem ich mich für eine Far­be ent­schie­den hat­te, über­leg­te ich mir, wie ich mei­nen sym­bol­träch­ti­gen Gold­fisch so le­ben­dig wie mög­lich aus­se­hen las­se. Hier habe ich ei­ni­ge künst­le­ri­sche Tipps für Sie:

  • Su­chen Sie sich eine Mo­tiv­vor­la­ge, die tat­säch­lich in der Na­tur exis­tiert. So habe ich mich beim Mo­del­lie­ren mei­nes Glücks­brin­gers an ei­nem ech­ten Cá vàng Wa­kin Gold­fisch ori­en­tiert.
  • Mo­del­lie­ren Sie kei­ne ker­zen­ge­ra­den Fi­gu­ren, son­dern bau­en Sie stets schwung­vol­le Ele­men­te mit ein. Durch die leicht ge­krümm­te Kör­per­form wirkt es so, als wür­de sich mein Fimo Fisch ge­ra­de be­we­gen.

Foto von sehr teurem Goldfisch mit blauen Augen aus der Fischzucht Hong Kong Pfui. Foto von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinVor al­lem soll­ten Sie je­doch mit fei­nen Ca­nes ar­bei­ten und Ihr Mo­tiv nicht ein­fach mit Krei­den oder Acryl­far­ben be­ma­len. Denn wenn Sie wie ich die Au­gen, die Schup­pen und die Flos­sen des Kunst­fi­sches mit de­tail­rei­chen Ca­nes dar­stel­len, dann hat das ver­schie­de­ne po­si­ti­ve Ef­fek­te. Zum ei­nen kön­nen Sie sanf­te Farb­ver­läu­fe ein­flie­ßen las­sen und so­mit Ihre Leit­far­be an­ge­nehm ak­zen­tu­ie­ren. Zum an­de­ren sind die Cane Mus­ter Op-Art. Das er­zeugt, dass die Au­gen des Be­trach­ters die Fi­gur au­to­ma­tisch Zen­ti­me­ter für Zen­ti­me­ter ab­tas­ten und so­mit viel län­ger auf Ih­rem künst­le­ri­schen Werk ru­hen.

Picture of Polymer Clay Goldfish with Canes. Tutorial by Veronika Vetter Bavarian Fine Artist

Falls Sie Ih­ren Freun­den ei­nen Glücks­brin­ger mit spi­ri­tu­el­lem Hin­ter­grund schen­ken möch­ten, dann ver­su­chen Sie sich doch an mei­nem Fimo Gold­fisch. In der fol­gen­den An­lei­tung er­klä­re ich Ih­nen Schritt für Schritt, wie Sie im Hand­um­dre­hen selbst eine bun­te Fisch­fi­gur mo­del­lie­ren kön­nen.

Fimo Goldfisch modellieren - so geht’s

Picture of Cá vàng Wakin Goldfish in garden pond. Made by Veronika Vetter Bavarian Fine ArtistZum An­fer­ti­gen ei­nes wild ge­mus­ter­ten Karp­fen­fi­sches ver­wen­de­te ich die fünf Fi­mo­far­ben Weiß (0), Gelb (1), Rot (2), Oran­ge (4) und Schwarz (9). Um et­was Mo­del­lier­mas­se zu spa­ren, stell­te ich das Grund­ge­rüst des Kör­pers aus Fi­mo­res­ten her. Und da­mit mir das For­men leich­ter von der Hand ging, nahm ich zu­dem mei­ne Pas­ta­ma­schi­ne, ein schar­fes Mes­ser, ei­nen Acryl­rol­ler und eine Aus­wahl an Dot­ting­tools als Werk­zeu­ge zur Hil­fe.

Bild von drei Fimo Kugeln in Orange, Rot und GoldViel­leicht ken­nen Sie aus Ih­rer Schul­zeit die Weis­heit, dass man im­mer mit der schwers­ten Haus­auf­ga­be an­fan­gen soll­te. So hand­ha­be ich es auch heu­te noch bei mei­nen Mo­del­lier­ar­bei­ten und be­gann des­halb mit der auf­wen­di­gen Schup­pen Cane. Zu­nächst stell­te ich mir al­ler­dings ei­nen zar­ten Gold­ton her, in­dem ich Gelb mit Oran­ge im Ver­hält­nis 3:1 misch­te. Die­se Mix­tur roll­te ich an­schlie­ßend zu­sam­men mit den Far­ben Rot und Oran­ge auf je­weils eine Di­cke von 2,5 Mil­li­me­tern aus.

Als Nächs­tes stell­te ich ei­nen Farb­ver­lauf aus Rot und Oran­ge her. Dazu schnitt ich mir aus den be­reits aus­ge­roll­ten Stü­cken zwei gleich­gro­ße Drei­ecke aus.

Bildcollage mit Anleitungsschritten: Farbverlauf aus Fimo herstellen. Idee von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Im An­schluss leg­te ich die bei­den Drei­ecke an der lan­gen Sei­te (Hy­po­te­nu­se) an­ein­an­der und roll­te das Gan­ze dar­auf­fol­gend cir­ca 25 Mal auf eine Di­cke von 2,5 Mil­li­me­tern aus.

  • Wich­tig: Nach dem ers­ten Durch­lauf knick­te ich das Fimo Stück im­mer ein­mal ho­ri­zon­tal und leg­te dann die bei­den Hälf­ten auf­ein­an­der, be­vor ich es er­neut durch die Pas­ta­ma­schi­ne ließ. Denn nur durch die­se Le­ge­tech­nik ver­mi­schen sich die bei­den Far­ben.

Als das Ele­ment die Farb­struk­tur ei­nes Te­qui­la Sun­ri­se auf­wies, schnitt ich mir ein ak­ku­ra­tes Recht­eck aus dem Farb­ver­lauf.

Bild von goldgelber Fimo Biskuitrolle, die als Schuppen Cane für einen Goldfisch fungiert

Nun nahm ich den ge­misch­ten Gold­ton zur Hand und schnitt mir dar­aus eben­falls ein Recht­eck aus, wel­ches ich dar­auf­hin auf mei­nen be­reits zu­ge­schnit­te­nen Farb­ver­lauf leg­te. Im nächs­ten Schritt roll­te ich das Farb­sand­wich zu ei­ner di­cken Bis­kui­trol­le auf, bei der die hel­le gold­gel­be Sei­te nach au­ßen zeig­te. Schließ­lich re­du­zier­te ich die Cane, in­dem ich das Röll­chen mit mei­ner fla­chen Hand so lan­ge hin und her roll­te, bis es nur noch ei­nen Durch­mes­ser von 0,5 Zen­ti­me­tern hat­te.

Be­vor ich mit der Schup­pen Cane wei­ter­ar­bei­te­te, bau­te ich mir zu­erst ei­nen acht Zen­ti­me­ter lan­gen Fisch­kör­per aus Fi­mo­res­ten.

Da­nach schnitt ich mir vie­le dün­ne Schei­ben aus mei­ner Cane und leg­te die­se eng vor mich auf mei­ne Ar­beits­flä­che. Um die da­bei ent­stan­de­nen Lü­cken zu schlie­ßen, nahm ich mei­nen Acryl­rol­ler zur Hand und fuhr da­mit ei­ni­ge Male über die Schei­ben. Zu gu­ter Letzt lös­te ich das Schup­pen­mus­ter mit­hil­fe ei­nes Mes­sers vom Un­ter­grund und pack­te da­mit mein Fisch­ge­rüst ein. Tipp: Beim Ver­pa­cken der Fi­gur ach­te­te ich dar­auf, dass die Naht­stel­le am Bauch des Fi­sches war.

Goldfisch lernt schwimmen - Flossen Cane

Nach­dem mein Fisch­chen be­schuppt war, stell­te ich die un­ter­schied­li­chen Flos­sen her. Da­für leg­te ich mir die­sel­ben drei Far­ben zu­recht, die ich schon für die Schup­pen Cane ver­wen­det hat­te.

Bildcollage von zwei Fimo Farbverläufen. Japanischer Sonnenaufgang ist in den Farben Orange und Rot. Fotos von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Für die Flos­sen Cane er­stell­te ich gleich zwei Farb­ver­läu­fe, wes­halb ich zu­nächst ein­mal alle Fi­mo­far­ben auf eine Di­cke von 2,5 Mil­li­me­tern aus­roll­te. Da­nach schnitt ich aus den fla­chen Fimo Stü­cken vier gleich­gro­ße Drei­ecke aus, die ich an­schlie­ßend fol­gen­der­ma­ßen zu­sam­men­setz­te:

  • Oran­ge und Gold­gelb
  • Oran­ge und Rot

Mei­ne bei­den Farb­kom­bi­na­tio­nen ließ ich dar­auf­hin je­weils 25 Mal durch die Pas­ta­ma­schi­ne. Auch hier muss­te ich wie­der die recht­ecki­gen Fimo Stü­cke vor je­dem Durch­lauf ho­ri­zon­tal ein­schla­gen, da­mit sich die Far­ben in der Mit­te schön mit­ein­an­der ver­misch­ten.

Im nächs­ten Schritt leg­te ich die bei­den Farb­ver­läu­fe dann so auf­ein­an­der, dass sich die oran­ge­far­be­nen Sei­ten ge­gen­über­la­gen. An­schlie­ßend roll­te ich al­les wie­der zu ei­ner Bis­kui­trol­le auf, bei der die Au­ßen­sei­te hel­ler als die In­nen­sei­te war.

Bildcollage mit Anleitungsschritten: Flossen für einen Fimo Goldfisch modellieren. Idee von Fine Art Künstlerin Veronika Vetter

Dar­auf­hin re­du­zier­te ich das Röll­chen auf eine Län­ge von acht Zen­ti­me­tern, so­dass ich mir dar­aus vier Stü­cke schnei­den konn­te, die je­weils zwei Zen­ti­me­ter lang wa­ren.

  • Die­se klei­nen Stü­cke leg­te ich wie­der­um an den Sei­ten an­ein­an­der. Da­bei ach­te­te ich dar­auf, dass die in­ne­ren Schne­cken­mus­ter alle in die glei­che Rich­tung zeig­ten.

Bild vom Einsetzen der Rückenflosse in den Fimo GoldfischDie di­cke Rau­pe muss­te ich nun wie­der re­du­zie­ren. Da es sich je­doch um ei­nen recht­ecki­gen Block han­del­te, konn­te ich das Gan­ze nicht ein­fach rol­len. Aus die­sem Grund drück­te ich mit mei­nem Dau­men und mei­nem Zei­ge­fin­ger gleich­mä­ßig auf alle Sei­ten des Stücks, bis es sich da­durch lang­sam streck­te. Hin­weis: Beim An­wen­den die­ser sanf­ten Druck­tech­nik war es mir be­son­ders wich­tig, dass der Block auf je­den Fall sei­ne recht­ecki­ge Form bei­be­hielt.

Bild von den acht Flossen des orangefarbenen Fimo GoldfischesAls Nächs­tes ver­län­ger­te ich die Cane, in­dem ich das Stück hal­bier­te und an der Sei­te er­neut zu­sam­men­setz­te. Di­rekt im An­schluss re­du­zier­te ich den Qua­der er­neut, bis mei­ne Flos­sen Cane zwei Zen­ti­me­ter lang und ei­nen Zen­ti­me­ter breit war. Da­nach nahm ich mein Fisch­ge­rüst in die Hand und schnitt die­ses oben am Rü­cken ein. In die­se Aus­spa­rung drück­te ich dar­auf­fol­gend mein ers­tes lan­ges Cane Stück, wel­ches die Rü­cken­flos­se des Glücks­brin­gers dar­stellt.

Die an­de­ren Cane Schei­ben schnitt ich mir in­di­vi­du­ell zu­recht, so­dass ich mei­nen Gold­fisch zu­dem mit ei­ner zwei­ge­teil­ten Schwanz­flos­se, vier Bauch­flos­sen und ei­ner Af­ter­flos­se aus­stat­ten konn­te.

Fische schauen in die Seele - Fimo Augen Cane

Bild von vier Fimofarben der Firma Staedtler aus NürnbergUm mei­nen asia­ti­schen Glücks­brin­ger zu voll­enden, muss­te ich noch die tie­fen Fisch­au­gen an­fer­ti­gen. Für die­se Cane roll­te ich zu­nächst die Far­ben Weiß, Rot, Oran­ge und Gelb auf eine Di­cke von ei­nem Mil­li­me­ter aus. Da­nach schnitt ich mei­ne fla­chen Fi­mo­far­ben in un­ter­schied­lich gro­ße Stü­cke, aus de­nen ich mir wie­der­um die vier­far­bi­ge Re­gen­bo­gen­haut bau­te. Hin­weis: Der An­teil des Oran­ge war da­bei am größ­ten, wäh­rend­des­sen ich das Rot in die kleins­ten Stü­cke schnitt.

Tipp: Die klei­nen ein­far­bi­gen Recht­ecke soll­ten auch nicht alle gleich­groß sein, son­dern in ih­rer Brei­te im­mer leicht va­ri­ie­ren. Durch die­se be­son­de­re Le­ge­tech­nik ent­steht dann ein äu­ßerst le­ben­di­ges Mus­ter.

Bildcollage mit Anleitungsschritten: Wie werden Augen aus Fimo gemacht? Cane Idee von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Als mein far­ben­fro­her Turm dann 2,5 Zen­ti­me­ter hoch, zwei Zen­ti­me­ter lang und ei­nen Zen­ti­me­ter breit war, re­du­zier­te ich das Stück.

  • Im An­schluss schnitt ich mir aus dem feu­ri­gen Farb­mus­ter acht klei­ne Blö­cke, die je­weils ei­nen Zen­ti­me­ter lang wa­ren.

Bild vom Aufsetzen der Fischaugen aus Fimo ModelliermasseDar­auf­hin bau­te ich mir aus der Far­be Schwarz eine ein Zen­ti­me­ter lan­ge Pu­pil­le, die ich mit der Re­gen­bo­gen­haut ein­wi­ckel­te. Nun roll­te ich das Weiß auf eine Di­cke von ei­nem Mil­li­me­ter aus und pack­te da­nach das bun­te Röll­chen da­mit ein. Zu gu­ter Letzt re­du­zier­te ich die Au­gen Cane so, dass die­se zur Sta­tur des Gold­fi­sches pass­te. Tipp: Ich setz­te die Au­gen in zwei klei­ne Mul­den, die ich zu­vor mit­hil­fe ei­nes Dot­ting­tools in das Mo­tiv ein­ge­drückt hat­te.

Erst nach die­sen gan­zen Ar­beits­schrit­ten gab ich den Fimo Gold­fisch bei 110 Grad Cel­si­us für 30 Mi­nu­ten in den Back­ofen. Nach dem Aus­küh­len schliff ich die Fi­gur au­ßer­dem noch mit ei­nem fein­kör­ni­gen Schleif­pa­pier ab. Des Wei­te­ren ver­edel­te ich mei­nen Glücks­brin­ger noch mit ei­ner dün­nen Schicht Fimo Glanz­lack.

Die Wirkkraft des Glücksbringers weiter erhöhen

Bild von blauem Goldfisch mit Lotusblüten aus Fimo, der Reichtum und Wohlstand bringt. Kreation von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinMein Fimo Gold­fisch ist ein Mo­tiv für Fort­ge­schrit­te­ne, die be­reit sind, viel Zeit für ein selbst ge­mach­tes und sym­bol­träch­ti­ges Ge­schenk zu in­ves­tie­ren. Tipp: Falls Sie das bal­di­ge Ein­tre­ten des Wohl­stands wei­ter be­schleu­ni­gen möch­ten, dann mo­del­lie­ren Sie Ih­ren sü­ßen Gold­fisch wie ich auf ei­ner Plat­te zu­sam­men mit Lo­tus­blü­ten. Als ich im Jah­re 2008 in To­kio das Neu­jahrs­fest fei­er­te, tru­gen fast alle Men­schen in dem Re­stau­rant un­se­rer Rei­se­grup­pe schi­cke Ober­tei­le, auf de­nen die­se bei­den Sym­bo­le auf­ge­stickt oder auf­ge­druckt wa­ren. Die­se Form der Kar­ma­ver­bes­se­rung scheint nicht nur ein Teil der ja­pa­ni­schen Kul­tur zu sein, son­dern eben­falls zur chi­ne­si­schen Neu­jahrstra­di­ti­on zu ge­hö­ren.

A child hol­ding a lar­ge gold­fish and a lo­tus flower is one of the most po­pu­lar images du­ring the Chi­ne­se New Year. Many peop­le em­broi­der a gold­fish on a shirt or bag to bring the en­er­gy of ab­undance into their life.

Game Frog: Lu­cky Fish in Feng Shui. chinesehoroscop-e.com (06/2017).

Ver­wand­te The­men:

Asia Food Box bas­teln - so geht’s
Holz Cane mo­del­lie­ren - An­lei­tung für Reis­löf­fel